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Remote Usability Test Planung und Checkliste

Usability-Tests sind ein effektives Mittel, um in jeder Phase einer Produktentwicklung die Nutzer*innen mit ins Boot zu holen. Diese müssen auch nicht immer klassisch in einem dafür ausgelegten Labor stattfinden, sondern können auch sehr gut remote durchgeführt werden.
Wie wir die remote Usability-Tests mithilfe der M365 Tools erfolgreich durchführen, erklären wir bereits in diesem Artikel.

Im nachfolgenden Text möchte ich auf die genauere Planung näher eingehen, denn diese ist für einen stressfreien Ablauf der Moderierenden und der Teilnehmenden essenziell! Zudem gibt es eine Checkliste zum Downloaden, die dann für die Vorbereitung immer verwendet werden kann. 😊

Planung vor dem Usability-Test

Vorbereitung des Testobjekts

Zunächst sollte das Testobjekt bzw. der Prototyp sich in dem Status befinden, wie die Nutzer*innen diesen auch testen sollen. Dazu sollte ein klarer Zeitplan stehen, was zu wann fertig sein soll und wer sich worum kümmert.

Rekrutierung der passenden Testpersonen

Da es wichtig ist, mit den richtigen Nutzer*innen zu testen, sollten auch die passenden Testpersonen rekrutiert werden. Dafür könnte man beispielsweise über das Panel von darauf spezialisierten Anbietern zurückgreifen und dort repräsentative Teilnehmende finden.
In unserem Fall arbeiten wir überwiegend mit anderen Unternehmen zusammen oder werden von diesen beauftragt. Dadurch können wir über unsere Kunden die passenden Teilnehmenden rekrutieren, die dann auch in den meisten Fällen die Endnutzer*innen der Anwendungen sind. Zudem bekommen wir auf diese Weise auch mehr Einblick in deren Arbeitsweise und ein besseres Verständnis für die reelle Nutzung.
 
Ein Fragebogen (Screener) hilft generell dabei, die Rekrutierungskriterien auf die Testpersonen abzustimmen und somit die richtige Nutzergruppe zu erwischen.
 
Auch bereits früh sollte abgeklärt werden, ob die Usability-Tests aufgezeichnet werden sollen bzw. dürfen, da hierfür eine Datenschutzerklärung vorab an die Testpersonen verschickt werden, müsste!
Generell ist es ratsam, mindestens fünf Usability Tests durchzuführen, um genügend Usability Probleme aufzudecken. Bei zu wenigen Teilnehmenden besteht die Gefahr, dass es sich um Einzelmeinungen handelt und bei zu vielen erhält man häufig ähnliche Aussagen. Aber selbstverständlich hängt das stark vom Testobjekt ab und sowieso empfehlen wir häufiges und regelmäßiges Testen in verschiedenen Entwicklungsstadien mit einer handvoll Personen.
Wir setzen häufig für die Usability-Tests mit fünf bis sechs Teilnehmenden einen ganzen Tag an und ein Test kann dabei 30-45 Minuten in Anspruch nehmen.
 
Es sollten im besten Fall auch ein bis zwei Personen mehr rekrutiert werden und bereitstehen, falls im letzten Moment eine Testperson abspringt.
 

Termin festsetzen

Der festgesetzte Test-Termin ist wichtig für die Planung und die Rekrutierung, deshalb sollte dieser auch so früh wie möglich feststehen.
Im Idealfall schafft man alle Usability Tests an einem Tag.

Sehr praktisch ist dafür ein Buchungstool wie z.B. Microsoft Bookings. In diesem Blogbeitrag gehen wir näher darauf ein.

Leitfaden erstellen

Ein Usability-Test Leitfaden oder auch Testplan genannt ist besonders wichtig für die Moderierenden und beinhaltet den detaillierten Ablauf inklusive des Testskripts, sowie der Testaufgaben.
Dieser kann auch vor dem Test mit dem Kunden abgestimmt werden, um sicherzugehen, dass alle relevanten Aufgaben beinhaltet sind.
 

Digitales Whiteboard vorbereiten

Während der Usability-Tests werden die Aussagen und Erkenntnisse direkt festgehalten. Am besten funktioniert dies remote in einem digitalen Whiteboard, da man dort die größten Möglichkeiten hat, Dinge visuell und für alle zugänglich darzustellen.
Sobald das Testobjekt vorbereitet ist, kann man Screenshots davon sowie eine Anleitung für weitere Protokollanten oder Stakeholder dort vorbereiten.
Wir nutzen dafür am liebsten Conceptboard. Aber auch Miro eignet sich gut dafür.
 

Optional: Fragebogen vorbereiten

Um den qualitativen Usability-Test zu unterstützen, nutzen wir gerne auch einen quantitativen Bewertungsbogen wie z.B. den AttrakDiff. Aus den Daten lässt sich beurteilen wie attraktiv, im Hinblick auf Bedienbarkeit und Aussehen, die Testteilnehmenden das Testobjekt bewerten. Besonders bei regelmäßigen Tests lassen sich hier schneller Trends beobachten und einfacher vergleichen. Natürlich sind Fragbögen bei der kleinen Teilnehmerzahl mit Vorsicht zu genießen, da diese nicht repräsentativ sind.

Sobald alle Testtermine gebucht sind

Nachdem man weiß, welche Testpersonen zu welchen Zeiten teilnehmen, kann man diesen den Link zu dem Termin oder wie unserem Fall den Link zum Liveereignis zusenden.
Als Anhang oder als Link schickt man zudem eine Probanden-Anleitung, damit die Teilnehmenden nachlesen können, was sie zu beachten haben und was sie erwartet. Diese Anleitung sorgt für einen reibungsloseren Ablauf am Testtag.

Vorbereitung kurz vor dem Test

Probandenzusagen überprüfen

Kurz vor dem Test-Termin sollten noch mal alle Zusagen überprüft werden. Falls man die Tests aufzeichnen möchte, sollte kontrolliert werden, ob alle Teilnehmenden die Einverständniserklärung unterschrieben haben.

Usability-Pretest durchführen

Es lohnt sich auch immer, einen Pretest einen Tag vorher durchzuführen oder zumindest kurz vorher zu überprüfen, ob alle relevanten (technischen) Einstellungen stimmen.

Der Usability-Testtag

Wenn die Vorbereitung gut war, hat man am Testtag unmittelbar vor einem Test nicht mehr viel zu tun, außer einem kleinen Check, ob die Internetverbindung gewährleistet ist und keine Testteilnehmende kurzfristig abgesagt haben.
Ansonsten sollte man als Moderierende*r den Moderationsleitfaden öffnen, den Testgegenstand aufrufen oder den Link dazu sowie andere relevante Links bereithalten.
 
Viel Spaß bei der Durchführung Deiner Usability-Tests. 😊
 
Hier findest du die kurze Checkliste

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