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Gerade rechtzeitig zur ersten Welle der Corona Pandemie, hat Microsoft Neukunden für Microsoft 365 mit einer deutschen Adresse in neue Rechenzentren in der Region Deutschland geleitet. Während für Azure die neuen Regionen schon länger verfügbar waren, hat sich der M365-Service noch etwas mehr Zeit gelassen.

Das bedeutet: Die allermeisten der neu erstellten Tenants im letzten Jahr sind in Rechenzentren in Deutschland gelandet. (Nicht zu verwechseln mit der Spezial-Cloud für Deutschland, welche durch die T-Systems als Treuhänder verwaltet wurde und sich als Konzept nicht durchgesetzt hat).

Jetzt gibt es einige Bestandskunden aus Deutschland, die bereits vorher einen Tenant angelegt haben. Deren Tenant ist im Standard in der Region West-Europa (Standorte Dublin und Amsterdam) angelegt worden. An dieser Stelle hat Microsoft jetzt eine Möglichkeit für Kunden mit Adresse in Deutschland geschaffen ihre „Core-Data“ in deutsche Region umzuziehen. Auf diesen Eintrag im Message Center bin ich in den letzten Wochen häufiger angesprochen worden, was auch der Anlass für diesen Artikel ist.

In den meisten Fällen lautet die Frage, die gestellt wird:

Sollen wir das machen?

Um das zu beantworten, muss man erst Mal die Vor- oder Nachteile kennen.

Was spricht für eine Migration?

         Aus Datenschutz-Perspektive ist es zwar egal, ob ich Daten in Deutschland oder der EU speichere, aber manche Firmen haben mit ihren Kunden Zusatzverträge abgeschlossen, dass Daten nur innerhalb Deutschlands gespeichert werden. Hier kann eine Migration in die Deutsche Region Vorteile bringen.

         Manche Kunden verbinden damit die Hoffnung eine bessere Netzwerkanbindung zu haben, wenn das Rechenzentrum näher ist. Microsoft warnt in seinen FAQ, dass ein geografisch nähergelegener Standort nicht unbedingt in einer besseren Anbindung resultieren muss. Wenn man aktuell Performance-Probleme im Netzwerk beim Zugriff auf M365 hat, wird sich das durch die Migration wahrscheinlich nicht ändern.

         Es handelt sich hier um ein einmaliges Angebot: Wer sich nicht im Zeitraum bis zum 30.04. für die Migration meldet, hat keine einfache Möglichkeit mehr die geografische Region für die Core-Data zu ändern (abgesehen von Multi-Geo-Funktionen).

Was spricht gegen eine Migration?

         Es gibt während der Migration geringe Funktionseinschränkungen. Bei Exchange betrifft das bestimmte Szenarien für den Zugriff auf geteilte Postfächer. Bei SharePoint ist die Suche während der Migration nicht aktuell (neuste Inhalte können fehlen) für einen Zeitraum von 24-48 Stunden. Mehr Details gibt es dazu hier.

         Zu Beginn waren manche Funktionen nicht verfügbar, wenn man in der deutschen Region war. Das hat v.a. Teams Liveereignisse betroffen – leider gibt es hierzu aktuell keine offizielle Dokumentation, ob die Einschränkung jetzt aufgehoben wurde. Hierzu folgt aber noch ein Update in diesem Artikel!

Und sollen wir das jetzt machen?

Die Argumente dafür sind genauso schwach, wie die Gründe dagegen. Die Möglichkeit wurde nicht für Deutschland „erfunden“, sondern vorab schon in anderen Ländern angeboten (z.B. Japan, Süd-Korea oder Australien). Durch die EU fällt die Unterscheidung in Deutschland daher schwerer, letztendlich würde ich mich aber für eine Migration nach Deutschland entscheiden. Wer weiß was in Zukunft noch für Dienste mit Anforderungen an ultra-niedrige Latenzen entstehen. Auch anderen Unsicherheiten wird so vorgebeugt (vielleicht zieht es die Iren plötzlich auch aus der EU oder die Niederlanden versinken im Meer …).

Alle Informationen von Microsoft zum Nachlesen gibt es noch mal hier:

How to request your data move – Microsoft 365 Enterprise | Microsoft Docs

During and after your data move – Microsoft 365 Enterprise | Microsoft Docs

Data move general FAQ – Microsoft 365 Enterprise | Microsoft Docs

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